Abführmittel – was Sie darüber wissen müssen

Bei chronischer Verstopfung oder wiederkehrenden Verdauungsproblemen muss eine angemessene Lösung her. Das muss nicht automatisch ein Arzneimittel sein!

Eine sekundäre Verstopfung muss natürlich symptomatisch behandelt werden. Bei einer chronischen Verstopfung, für die sich keine Ursache feststellen lässt (idiopathische Verstopfung), kann eine ganze Reihe von Maßnahmen sinnvoll sein: angefangen bei einer Darmmassage über abführende Lebensmittel oder ein Klistier bis hin zur medikamentösen Behandlung. Medikamente, die der Erleichterung des Stuhlgangs dienen, bezeichnet man als Abführmittel (fachsprachlich Laxantien). Je nach Wirkstoff lassen sich Abführmittel in Gruppen unterteilen. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Darreichungsformen. Dazu gehören beispielsweise Tabletten, Tropfen, Zäpfchen, Pulver, Granulate, Lösungen, Sirupe und Klistiere. Sie unterscheiden sich durch ihre Wirkstoffe, von denen einige unbedenklich und gut wirksam sind; andere können sogar schädlich für den Darm sein. Davon sind übrigens auch pflanzliche Wirkstoffe nicht ausgenommen: Obwohl sie wegen ihres natürlichen Ursprungs oftmals für die sanfteren und verträglicheren gehalten werden, können sie unerwünschte Nebenwirkungen haben. Vor allem beim langfristigen Einsatz von Abführmitteln ist daher Vorsicht angebracht!

Osmotische Abführmittel

Salinische Abführmittel

Sie erhöhen den osmotischen Druck im Darm; das heißt, dass aufgrund der erhöhten Salzkonzentration Wasser in den Darm gezogen und im Nahrungsbrei zurückgehalten wird. So sorgen sie für eine weiche Stuhlbeschaffenheit. Dazu gehören:

  • Bittersalz
  • Glaubersalz
  • Karlsbader Salz

Zucker und Zuckeralkohole

Auch diese Wirkstoffe halten Wasser per Osmose zurück. Zucker wie Lactulose und Lactitol werden zusätzlich von der Darmflora zu Säuren vergoren. Diese regen die Darmbewegung an und erleichtern dadurch den Stuhlgang.

  • Lactulose
  • Lactitol
  • Mannitol
  • Sorbitol

Isoosmotische Laxantien

Sie wirken rein physikalisch, indem sie Wasser aus dem Verdauungstrakt binden und bis in den Dickdarm transportieren. Dort machen sie den Stuhl weicher und gleitfähiger. Sie werden nicht verstoffwechselt, verhindern einen Wasser- und Salzverlust und reizen den Darm nicht. Die Darmschleimhaut und die Darmwand werden hierbei nicht beeinträchtigt.

  • Macrogol 
  • Polyethylenglycol

Kontaktabführmittel

Stimulierende oder Kontaktabführmittel

Sie stimulieren einen Teil des Darmnervensystems und bewirken eine aktive Darmsekretion, das heißt das Einströmen von Wasser und Elektrolyten in den Darm. Das Volumen des Darminhalts wird vergrößert und die Darmbewegungen werden angeregt. Dazu gehören u. a.:

  • Rizinusöl
  • Bisacodyl
  • Natriumpicosulfat

Laxatan® M

  • keine Abhängigkeiten
  • keine Gewöhnungseffekte
  • sehr gut verträglich
  • mit Elektrolyten und Inulin

Sonstige Abführmittel

Quellstoffe 

Pflanzliche Ballaststoffe können ein Vielfaches ihres Eigengewichtes an Wasser aufnehmen. Sie quellen auf und transportieren die Flüssigkeit in den Darm. Dort sorgen sie zum einen für eine geschmeidigere Stuhlkonsistenz, zum anderen für eine Vergrößerung seines Volumens. Das Letztere bewirkt, dass die Darmwand angeregt und der Reflex zum Ausscheiden verstärkt wird. Diese Quellstoffe können ohne Angst vor Nebenwirkungen längerfristig oder dauerhaft eingenommen werden. Allerdings ist es erforderlich, begleitend immer ausreichend zu trinken, damit die gewünschte Wirkung erzielt wird – andernfalls könnten die Ballaststoffe dem Stuhl die benötigte Flüssigkeit entziehen.

  • Leinsamen
  • Weizenkleie
  • Flohsamenschalen


Gleitmittel 

Wenn Kinder Stuhlprobleme haben, werden oftmals kurzfristig Gleitmittel wie Glyzerinzäpfchen eingesetzt. Sie machen den Stuhl gleitfähiger und erleichtern so den Toilettengang.

Verträglichkeit
Gängige Abführmittel sind nicht immer unproblematisch! Informieren Sie sich über Wirkweise und Nebenwirkungen.