Gesunde Darmflora

Ein Wunderwerk

Ein Wunderwerk"Die Gesundheit beginnt im Darm“ - das erkannte im
16. Jahrhundert bereits Paracelsus, der berühmte Arzt und Naturforscher. Kaum ein anderes Organ wirkt so direkt auf unser Wohlbefinden. Es versorgt den gesamten Organismus mit der lebensnotwendigen Energie. Vereinfacht ausgedrückt: Das System muss Abertausende Substanzen – unsere Nahrung – aufnehmen,
in körpereigene beziehungsweise verwertbare umwandeln und unverdauliche schließlich ausscheiden.

Mehr noch: Der Verdauungstrakt beherbergt etwa 70 Prozent unserer Abwehrzellen. Sie sollen Krankheitserreger und Giftstoffe unschädlich machen, die hauptsächlich mit der Nahrung in den Körper kommen.
Unser Magen-Darm-Trakt ist ein komplexes Ökosystem. In einer schier unvorstellbaren Dimension, es könnte in keinem Labor der Welt simuliert werden. Im Laufe eines 75-jährigen Lebens verarbeitet unser Darm etwa 30 Tonnen Nahrung und 50 000 Liter Flüssigkeit. Beim Erwachsenen ist der Darm etwa acht Meter lang und würde ausgebreitet eine sehr große Fläche ergeben.
Das System ist einzigartig für seine Aufgabe „Verdauung“ ausgestattet. So siedeln im Darm (überwiegend im Dickdarm,
dem Kolon) Billionen von nützlichen Mikroorganismen. Es handelt sich hauptsächlich um Bakterien, aber auch um Einzeller und
Pilze. Diese Kolonien werden üblicherweise Darmflora genannt.

Beim ungeborenen Kind ist der Magen-Darm-Trakt noch
vollständig steril. Nach der Geburt beginnt die Besiedlung mit Mikroorganismen. Allmählich baut sich dann das System mit einer Vielzahl von “Untermietern“ auf. Allein im Dickdarm wurden mehr als 400 verschiedene Bakterienarten identifiziert. Sie alle zusammen würden bei einem gesunden Menschen auf der Waage etwa 1,5 Kilogramm ausmachen.

Wofür brauchen wir die gesunde Darmflora?

Wofür brauchen wir die gesunde Darmflora?Als die Forschung seinerzeit Mikroorganismen im Darm
entdeckte, glaubte man an eine Krankheit. Bakterien waren
als Krankheitserreger gefürchtet. Mit Darmreinigungen oder
gar mittels operativer Entfernung des Dickdarms versuchten manche Ärzte, den „gefährlichen“ Bewohnern den Garaus
zu machen.

Inzwischen gilt als gesichert, dass die gesunde Darmflora nicht schädlich, sondern ausgesprochen nützlich ist. Beispielsweise könnten manche Nahrungsbestandteile ohne die Darmbakterien nicht oder nicht vollständig verwertet werden. Darüber hinaus haben die Mikroorganismen der gesunden Darmflora
noch weitere wichtige Funktionen:
  • Sie verhindern, dass sich Krankheitserreger im Darm ausbreiten
    und Infektionen auslösen
  • Sie wirken positiv auf unser Immunsystem ein
  • Sie bilden das für die Blutgerinnung wichtige Vitamin K
  • Sie tragen zur Energieversorgung der Zellen der Darmschleimhaut bei
  • Sie regen die Darmperistaltik/Verdauung an, das heißt, sie fördern die wellenförmigen Muskelbewegungen, die den Nahrungsbrei Richtung Ausgang führen
  • Sie schützen vor Schadstoffen

Was schadet unserer gesunden Darmflora?

Da die Bedingungen im Darm zumindest bei gesunden Menschen mehr oder weniger konstant bleiben,
ist dieses Ökosystem üblicherweise relativ stabil. Allerdings können gewisse Faktoren die Balance in
dieser Lebensgemeinschaft kippen.
  • Schlechte Essgewohnheiten! Die Nahrung wird meist nicht ausreichend gekaut
  • Minderwertige Nahrung (Fast Food, Fertiggerichte, Mikrowelle)
  • Vitalstoffarme Nahrung
  • Verschmutztes Trinkwasser (Schwermetallbelastungen, Hormon- und Medikamentenrückstände, negative Informationen)
  • Konsum von zu viel Zucker, Kaffee, Nikotin, Alkohol, Medikamenten
    (besonders Antibiotika), etc.
  • Amalgamfüllungen, Zahnherde, Zahngifte
  • Zu wenig körperliche Betätigung
  • Stress auf verschiedenen Ebenen, er kann körperlicher, emotionaler oder
    geistiger Natur sein

Was passiert, wenn die Balance kippt?

Darmbeschwerden und -erkrankungen sind in den westlichen Industrienationen relativ weit verbreitet. Die Scala reicht von der Verstopfung über das Reizdarmsyndrom bis hin zu so komplexen Leiden wie Morbus Crohn und Darmkrebs. Die ursächlichen Zusammenhänge sind in Fachkreisen noch umstritten, weil offensichtlich noch nicht ausreichend erforscht.

Das bekannte, ja schon sprichwörtliche Bauchgefühl gibt es übrigens wirklich. Das bestätigen neuerdings amerikanische Neurowissenschaftler. Der Darm enthält nämlich mehr Neuronen als das Rückenmark. Diese Nervenzellen umspannen den Verdauungstrakt wie ein dünnes Netz. Die Forschung spricht vom „zweiten Gehirn“, dem „Bauchhirn“. So ist der Darm auch die Quelle psychoaktiver Substanzen, die unser Gemüt und unsere Laune beeinflussen. Ist die Darmflora gestört, fühlt man sich oft auch matt und abgeschlagen.

Verstopfung nachhaltig lösen

Verstopfung nachhaltig lösenMit einer Verstopfung geht in den meisten Fällen auch immer eine Störung der Darmflora einher. Da sich bei einer Verstopfung der Stuhl zu lange im Darm aufhält, ändert sich die Bakterienflora und gerät in ein Ungleichgewicht.

Daher ist es wichtig, nicht nur die Verstopfung zu lösen, sondern auch die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zurückzuführen. Eine intakte Darmflora fördert die natürliche Verdauung und kann so helfen, die Verstopfung nachhaltig zu lösen.
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