Die chronische Verstopfung

Wenn über mehr als drei Monate der Stuhlgang regelmäßig vier Tage ausbleibt, wenn ohne starkes Pressen gar nichts geht und ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung zurückbleibt, dann spricht man von einer chronischen Verstopfung.
Je nach Ursache wird sie in drei Gruppen eingeteilt.
Chronische Verstopfung (kologene Obstipation)

Sie ist auch als Slow-Transit-Obstipation bekannt, landläufig als träger Darm. Durch seine mangelnde Beweglichkeit kann das Organ seinen Inhalt nur langsam vorwärts bewegen.
Es kommt zu hartem Stuhl, weil dem Darmbrei ständig Wasser entzogen wird.
Ergebnis: Die Ausscheidung kann in Einzelfällen bis zu zwei Wochen auf sich warten lassen.
Die Ursachen sind vielfältig:

Ballaststoffarme Ernährung
Nervenstörungen z. B. durch
neurologische Erkrankungen
Diabetes mellitus
Multiple Sklerose
Morbus Parkinson
Hormonelle Einflüsse,
beispielsweise bei Schilddrüsenunterfunktion
Nebenwirkungen von Medikamenten: Psychopharmaka, Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Aluminiumhaltige Magensäurebinder, Opiate (z. B. Morphin), Eisenpräparate, Diuretika, Antihypertensiva, Parkinsonmedikamente, Antieleptika, Anticholinergika (bei Harninkontinenz)
Durch Laxantien hervorgerufene Verstopfung (Gewöhnungseffekt).
Verstopfung ohne anatomische Ursachen (Idiopathische Verstopfung)

Sie liegt vor, wenn die ärztliche Untersuchung auf keinerlei krankhafte Veränderungen
der Darmfunktion oder der Darmanatomie hinweist. Festgestellt wird sie mit der Transitzeit-
messung. Sie ermittelt die Spanne vom Essen bis zum Ausscheiden der Nahrung.
Als Auslöser kommen in Frage: Unterdrückter Stuhldrang, Stress und das Reizdarmsyndrom.
Von einem Reizdarmsyndrom wird gesprochen, wenn ein gereizter Darm verschiedene und mehrere Beschwerdebilder aufweist. Typisch für das Vorliegen eines Reizdarmsyndroms ist das Wechselspiel zwischen Verstopfung und Durchfall.
Verstopfung durch organische Darmerkrankungen (Anorektale Obstipation)

Sie wird auf Veränderungen oder Störungen im Bereich
des Enddarms und Afters zurückgeführt.
Dazu gehören:
- Verengung des Darmausgangs (Analstenose)
- Herausrutschen eines Teils des Mastdarmgewebes aus dem After (Rektumprolaps)
- Aussackung des Enddarms (Rektozele)
- Angeborene Verdickung des inneren Schließmuskels (Sphincter internus)
- Gestörte Motorik von Enddarm (Rektum) und After
- Verminderte Rektumsensibilität
- Gestörte Koordination der inneren und äußeren Schließmuskeln.
Die Medizin kann darüber hinaus noch mit einem ganzen Bündel allgemeiner Ursachen aufwarten.
Die meisten davon sind hausgemacht und durch eine Änderung des Lebensstils zu beeinflussen.
Die wichtigsten Ursachen:
- Falsche Ernährung mit einem Mangel
an physikalisch wirksamen Nahrungs-
reizen (wie etwa Ballaststoffe) - Vitaminmangel
- Zu wenig körperliche Betätigung
- Schwache Rumpfmuskulatur
- Psychische Beeinflussung
- Abstumpfung der Darmerregbarkeit durch Abführmittelmissbrauch
- Fettansammlung oder Lymphstauungen im Bauchraum
- Toxische Nervenschädigung durch Alkohol, Nikotin, Drogen
- Chronische Entzündung wie beispiels-
weise eine Dickdarmentzündung.
Wann ist der Gang zum Arzt notwendig?
Einen Arzt sollte man aufsuchen, wenn folgende Begleiterscheinungen auftreten:
wenn Blut abgeht
Gewichtsverlust auftritt, der nicht aus einer Diät resultiert
Verstopfung und Durchfall im Wechselspiel stattfinden
Krampfartige Bauchschmerzen als Begleiterscheinung auftreten